70 Jahre Fraunhofer – #whatsnext?

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70 Jahre Fraunhofer

70 Jahre Fraunhofer-Gesellschaft – Dynamik des Erfolgs

Um nach Krieg und Demontage die Wirtschaft neu aufzubauen, wurde im Frühjahr 1949 die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. in München gegründet. Heute ist sie Europas größte Organisation für angewandte Forschung.

Staatssekretär Hugo Geiger bat am 26. März 1949 210 Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft in das Bayerische Wirtschaftsministerium. Er hatte den Wunsch, mit dieser Gründung zum Aufbau der Wirtschaft in Bayern beizutragen. Während das Wirtschaftswunder noch in weiter Ferne lag und Kinder zwischen Trümmern spielten, stellte man sich in einem Münchner Büro mit drei Mitarbeitenden bereits kurze Zeit darauf der Herausforderung, die angewandte Forschung in Deutschland voranzubringen.

Mit der Wahl von Hermann von Siemens zum Präsidenten Ende 1954 sowie der Gründung erster Institute rückte die Fraunhofer-Gesellschaft ihrem Ziel näher, als »dritte Säule« der Forschung in Deutschland – neben der Max-Planck-Gesellschaft und den Hochschulen – anerkannt zu werden. Bis 1969 wuchs der Verein auf 19 Institute und Einrichtungen,1200 Mitarbeitende und 33 Millionen Mark Jahresumsatz. Auf Neustrukturierung und konsequente Ausrichtung auf Vertragsforschung Anfang der 70er-Jahre folgte ein stürmisches Wachstum. Das Fraunhofer-Modell der erfolgsabhängigen Grundfinanzierung erzeugte die Dynamik des Erfolgs, die bis heute anhält. 1979 war Fraunhofer so bekannt, dass die Herausgeberin der ZEIT, Marion Gräfin Dönhoff, ihr mit dem großen Leitartikel »Die Forscher-GmbH« zum Geburtstag gratulierte: »Bei Max Planck werden die Nobelpreise verdient, bei Fraunhofer das Geld.«

Mehr als zwei Drittel ihres Budgets verdient die Fraunhofer-Gesellschaft durch Vertrags-forschung selbst, nur etwa ein Drittel erhält sie als Grundfinanzierung von Bund und Ländern. Auf dieser Basis und mit der klaren Ausrichtung auf neue Technologien und Märkte ist die Fraunhofer-Gesellschaft zum Innovationsmotor der deutschen Wirtschaft geworden, ein Synonym für »German Engineering« und weltweites Vorbild. Vom Airbag bis zur weißen LED, vom Kautschuk aus Löwenzahn bis zur mp3-Technologie reichen die Erfindungen und Entwicklungen, die aus ihr hervorgegangen sind. Elektromobilität und die Entwicklung kognitiver Systeme, programmierbare Materialien und Quantentechnologie, translationale Medizin und öffentliche Sicherheit sind einige Themenfelder aus dem breit gefächerten Spektrum aktueller Forschungs- und Entwicklungstätigkeit.

Heute wird die Fraunhofer-Gesellschaft von Prof. Dr.-Ing. Reimund Neugebauer geleitet, der die Arbeit der Institute effizient ausgestaltet und zu Exzellenz-Clustern und virtuellen Forschungs-einheiten zusammengeführt hat. »Es ist essentiell, Forschung nicht nur exzellent zu betreiben, sondern auch neue Themen frühzeitig zu identifizieren und Zukunftsimpulse zu setzen«, beschreibt Prof. Neugebauer seine Vision. »So können wir schneller auf Marktanforderungen reagieren. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dabei die Grundlage unseres Erfolgs. Sie meistern den Spagat zwischen Forschung und unternehmerischem Denken, sie übernehmen Verantwortung für die Zukunft, erarbeiten Lösungen für die Herausforderungen von morgen und fragen immer wieder aufs Neue: What’s next?«