Die neue Forschungsgeneration – oder: Wie tickt das IEM?
15 Jahre Fraunhofer IEM: seit 2011 hat sich das Fraunhofer IEM von der Projektgruppe zu einem festen Bestandteil der Innovationslandschaft in OWL und darüber hinaus entwickelt. Gemeinsam mit unseren drei Direktoren Prof. Ansgar Trächtler, Prof. Eric Bodden und Prof. Roman Dumitrescu reflektieren wir, welche Themen und Ereignisse uns geprägt haben, für was wir heute stehen – und warum wir tatsächlich ein bisschen anders ticken. Wir haben nachgehakt – und ihre Antworten hier kompakt zusammengefasst.
Wo die Musik spielt
Wachstum mit Verstand: Von 6 auf 100 auf 300 Köpfe.
Aus unseren Pionieren wurde schnell ein großes Team: Die Einstellung der 100. Mitarbeiterin markierte einen wichtigen Schritt. Für Roman Dumitrescu ist das Wachstum von sechs auf 100 Mitarbeitende im Jahr 2017 ein Symbol für die Dynamik der ersten Jahre. Heute ist unser inzwischen 300-köpfiges Team weiterhin zentraler Erfolgsfaktor. Eric Bodden hebt besonders die starke Interdisziplinarität hervor, die ihn von Beginn an beeindruckt habe: Die Schnittstelle zwischen Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik sei der Ort, „wo die Musik spielt“. Genau dort entstehen die Lösungen, die unsere Partner weiterbringen.
Mission: Innovationen, am liebsten marktfähig.
Mit unserem Wachstum haben wir auch unser Profil geschärft – immer mit dem Ziel, konkrete Lösungen für unsere Industriepartner zu entwickelt. Eric Bodden nennt Beispiele aus der Cybersicherheitsforschung, die diese Bandbreite zeigen: von der Erforschung neuer Technologien bis hin zur marktfähigen Lösung. Mit dem Silicon-Valley-Startup Contrast Security entstand ein Produkt zur Codeanalyse. Phoenix Contact unterstützten wir auf dem Weg zur Zertifizierung nach IEC 62443. Und unsere Studie zur Cyber Resilience in Deutschland floss in die Ausarbeitung des europäischen Cyber Resilience Act ein. 200 in unserer IEM Academy geschulte Software-Security-Champions tragen heute neuestes Wissen rund um sichere Softwareentwicklung in Unternehmen hinein.
Katalysator für Innovations-Ökosystem OWL.
Roman Dumitrescu betont: „Ohne das IEM würde der Region ein Impulsgeber und Transferpartner fehlen.“ Auch Ansgar Trächtler hebt die Innovationsregion, allen voran den Spitzencluster it’s OWL hervor, als „Vorzeigebeispiel von gelebter Kooperation“, mit der das IEM gleichzeitig gewachsen sei. Auch über die Region hinaus wirken wir, arbeiten mit Unternehmen deutschland- und weltweit zusammen und bringen Forschungserkenntnisse aus internationalen Projekten zurück nach OWL. Eric Bodden beschreibt uns deshalb auch als Katalysator: Durch den Austausch mit Top-Partnern weltweit stärken wir die Innovationskraft vor Ort.
Ja, wir ticken anders
Engineering the Future: Unser Leitmotiv
Damit beschreiben wir unseren Anspruch, Wandel aktiv mitzugestalten. „Wir sind ständig neuen Situationen ausgesetzt. Aber durch unsere Ausrichtung am ‚Engineering the Future‘ gut gerüstet“, sagt Ansgar Trächtler und nennt die rasanten Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz als Beispiel. Für uns ist Engineering deshalb keine statische Disziplin, sondern eine Haltung, die wir mit ganzheitlicher Entwicklungsperspektive an immer neue Herausforderungen anpassen.
Neue Generation Forschung.
Roman Dumitrescu betont: „Es geht auch darum, unsere eigene Forschungsarbeit zu verbessern und effizienter zu gestalten. Und das begeistert mich jeden Tag. Für uns heißt das: Forschung neu denken – moderner, interdisziplinärer, offener. Ein Institut der neuen Generation.“ Beispiel dafür ist unser 2024 eröffneter GenAI Incubator, in dem wir gemeinsam mit Partnern neue Anwendungen generativer KI zügig in die Praxis bringen. Für Roman Dumitrescu ist das IEM ein bisschen anders als andere Forschungsinstitute. „Zumindest ist es das, was ich immer höre“, sagt er. „Ihr tickt ja ein bisschen anders.“
Fraunhofer-Institut für