Gemeinsames Projekt von Fraunhofer IEM und Sit & Watch automatisiert Prozesse in der Mediaplanung

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Aus einem gemeinsamen Forschungsprojekt wird eine marktfähige Anwendung: Die Sit & Watch Media Group hat die 2023 gemeinsam mit dem Fraunhofer IEM entwickelten Ansätze vor dem Hintergrund der rasanten Entwicklung Künstlicher Intelligenz weiterentwickelt und in ihr Planungstool Best Placed Media überführt. Das KI-basierte Planungssystem unterstützt das Bielefelder Unternehmen dabei, die Planung von Werbeflächen stärker zu automatisieren und vorhandenes Fachwissen systematisch nutzbar zu machen.

Planungssystem für Werbeflächen in der U-Bahn
© Fraunhofer IEM / KI-generiert
Die Planung von Werbeflächen stärker zu automatisieren und vorhandenes Fachwissen systematisch nutzbar machen: Das Fraunhofer IEM unterstützte die Sit & Watch Media Group bei der Entwicklung eines KI-basierte Planungssystems.
Konfigurator für Reichweite und Kosten
© Sit&Watch Media Group
Im Konfigurator werden Touchpoints, Orte und Standorte gewählt; Reichweite und Kosten erscheinen in Echtzeit.

Sit & Watch vermarktet Werbeflächen an mehr als 120 unterschiedlichen sogenannten Touchpoints – von Bäckereien und Fitnessstudios bis zu Autohöfen oder Baumärkten. Mit der wachsenden Zahl an Werbeumfeldern steigt auch der Aufwand, für unterschiedliche Zielgruppen passende Touchpoints auszuwählen, Daten zu pflegen und Angebote zu erstellen. Wissen über Zielgruppen und Touchpoints steckte lange vor allem in den Köpfen einzelner Expert:innen und floss manuell in die Planung ein.

KI erschließt vorhandenes Wissen

Hier setzte das gemeinsame Projekt mit dem Fraunhofer IEM an. Die Wissenschaftler:innen untersuchten gemeinsam mit Sit & Watch, wie sich Künstliche Intelligenz einsetzen lässt, um die Planung stärker zu automatisieren. Sie identifizierten geeignete KI-Verfahren und entwickelten einen Proof of Concept. Dieser ermöglichte unter anderem, Touchpoints automatisch zu verschlagworten, weitere Datenquellen einzubeziehen und Werbeumfelder präziser Zielgruppen und Suchbegriffen zuzuordnen. Auch die Nutzeroberfläche wurde überarbeitet und eine Roadmap für die weitere Entwicklung erstellt.

Seitdem hat Sit & Watch die technologischen Möglichkeiten weiterentwickelt und neue Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz aufgegriffen. Heute führt Best Placed Media von einer frei formulierten Beschreibung der gewünschten Zielgruppe über die Auswahl geeigneter Touchpoints und die Kosten- und Reichweitenkalkulation bis zur automatisiert erstellten Angebotspräsentation. Damit kann das Unternehmen einen bislang wissens- und beratungsintensiven Prozess zunehmend digital abbilden und automatisieren.

„Wenn aus unseren Forschungsergebnissen eine marktfähige Lösung entsteht, ist der Transfer gelungen. Genau dafür schaffen gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit Unternehmen den notwendigen Raum“, betont Laban Asmar, Abteilungsleiter Innovation Engineering am Fraunhofer IEM.

Vom KI-Prototyp zur automatisierten Mediaplanung

Für Sit & Watch eröffnet die Weiterentwicklung insbesondere die Möglichkeit, die wachsende Zahl an Touchpoints effizienter zu handhaben, Kundenanfragen schneller zu bearbeiten und Fachwissen dauerhaft im Prozess verfügbar zu machen. Zugleich lassen sich weitere Schritte der Planung und Angebotserstellung automatisieren.

„Heute können unsere Kunden ihre Zielgruppe einfach in eigenen Worten beschreiben. Best Placed Media schlägt passende Touchpoints vor, kalkuliert Reichweite und Kosten und erstellt daraus direkt eine fertige Angebotspräsentation. Damit haben wir aus den ersten KI-Ansätzen einen durchgängigen digitalen Planungsprozess entwickelt“, sagt Harry Lexendecker, Geschäftsführer der Sit & Watch Media Group.

Für das Fraunhofer IEM zeigt die Entwicklung exemplarisch, welche Wirkung anwendungsorientierte Forschung entfalten kann: In dem gemeinsamen Projekt wurde eine neue Technologie gemeinsam mit einem Unternehmen erprobt, ihre technische und marktseitige Machbarkeit untersucht und eine Grundlage geschaffen, auf der Sit & Watch anschließend eigenständig weiterentwickeln konnte. Aus einem Forschungsprototyp wurde so Schritt für Schritt eine Lösung für den Markt.