Studienprojekt

Fraunhofer sucht Studierende für internationales Virtual Reality-Projekt

News / 18.7.2019

Nach der erfolgreichen Durchführung eines Makeathons für das Unternehmen GEA im April diesen Jahres geht die Kooperation mit der Hogeschool PXL aus Hasselt (Belgien) in die nächste Runde. Im Wintersemester 2019/2020 bietet das Fraunhofer IEM Studierenden die Möglichkeit, an einem internationalen Softwareprojekt zum Einsatz von Virtual Reality im Design Thinking teilzunehmen.

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Weitere Informationen können Sie in unserem Flyer nachlesen.

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Beim Makeathon entwickelten 60 belgische Studierende in kürzester Zeit Ideen für neue Produkte und Dienstleistungen.

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Im Rahmen des Softwareprojekts entwickeln jeweils 4 Studierende aus Paderborn und Hasselt eine Virtual Reality-Anwendung für den Einsatz im Design Thinking. Dafür muss zunächst die Methode Design Thinking analysiert und Potenziale ermittelt und bewertet werden. Darauf aufbauend wird ein Konzept für eine Virtual Reality-Anwendung erarbeitet, dessen Umsetzung im Fokus des Projekts steht.

Praxiserfahrung in einem internationalen Team

Studierende erhalten die Möglichkeit, eine praktische Aufgabenstellung zu einem industrierelevanten Thema in einem internationalen Team zu bearbeiten und dabei eine eigene VR-Anwendung zu entwickeln. Zum einen führt die Arbeit mit innovativen Technologien zu einer fachlichen Weiterentwicklung. Zum anderen lernen die Studierenden durch die Arbeit in räumlich verteilten Entwicklerteams Ansätze und Methoden des Projektmanagements und der agilen Softwareentwicklung. Durch eine regelmäßige Abstimmung mit den Projektbetreuern verfeinern die Studierenden zudem ihre Präsentationsfähigkeiten in Deutsch und Englisch und lernen, Projektinhalte fachgerecht mit IT-Experten und -Laien zu kommunizieren.

Die Studierenden werden jeweils an ihren Hochschulen vor Ort arbeiten. Für den internationalen Austausch sind während der Projektlaufzeit drei Treffen in Hasselt und Paderborn geplant, bei denen jeweils mehrere Tage gemeinsam an der Aufgabe gearbeitet wird. Zum Auftakt des Projekts werden die Studierenden aus Paderborn für eine Woche vom 7. - 11. Oktober nach Hasselt fahren. Dort wird es eine zweitägige Einführung in die Entwicklungsumgebung Unity 3D sowie einen Tagesworkshop zum Kennenlernen von Design Thinking geben. Im Anschluss haben die Studierenden zwei Tage Zeit, um gemeinsam mit der Projektarbeit zu beginnen und die standortübergreifende Zusammengearbeitet zu planen. Für die Anreise sowie Unterkunft und Verpflegung entstehen den Studierenden keine Kosten.

Vorteile der Teilnehmenden

Als Abschluss im Februar 2020 findet eine gemeinsame Präsentation des Projekts und der entwickelten Anwendung in Paderborn am Fraunhofer IEM statt. Das Projekt wird anhand der Präsentation, der umgesetzten Anwendung sowie einer Dokumentation bewertet und mit 6ECTS für das Modul Systems Engineering für Intelligente Technische Systeme und 6ECTS für ein weiteres Modul aus dem Informatikgebiet Softwaretechnik angerechnet. Es wird eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von ca. 20-25 Stunden erwartet.

Daniel Eckertz, Gruppenleiter Augmented und Virtual Reality am Fraunhofer IEM, sieht große Chancen für die Studierenden: »Es gibt drei wesentliche Vorteile für die teilnehmenden Studierenden: Erstens erhalten sie die einzigartige Gelegenheit, die Zusammenarbeit zwischen den Ländern zu erleben und zu erfahren, was es bedeutet, in einem internationalen Kontext zu arbeiten. Zweitens können sie internationale Verbindungen für zukünftige Karrieremöglichkeiten aufbauen. Drittens können sie ihre beruflichen Fähigkeiten in der Programmierung mit Unity 3D, Virtual Reality-Brillen und Design Thinking ausbauen.«

 

Über Design Thinking

Design Thinking ist eine systematische Herangehensweise an komplexe Problemstellungen, bei der Lösungen und Ideen ganzheitlich, effektiv und vor allem kreativ entwickelt werden. Die technische Lösbarkeit der Ideen ist dabei nicht relevant, Unmöglichkeiten können gedacht und unkonventionelle Wege gegangen werden. Design Thinking wird in interdisziplinären Teams von 5-6 Personen in einer freien und flexiblen Arbeitsumgebung durchgeführt, um kollaborative Kreativität zu fördern. Anhand eines vorgegebenen Prozesses werden die Teams durch verschiedene Phasen geführt, angefangen vom Verstehen der Problemstellung bis hin zur prototypischen Umsetzung der Ideen. Beim Prototyping sollen die Ideen möglichst schnell in einfacher Form umgesetzt und getestet werden, wozu verschiedene Methoden wie beispielsweise Lego® Serious Play oder das Basteln von Papiermodellen verwendet werden.

 

Über Virtual Reality

Bei Virtual Reality handelt es sich um eine innovative Visualisierungstechnologie, die es ermöglicht, realitätsnah in computergenerierte Welten einzutauchen. Über Virtual Reality-Brillen und Controller kann der Betrachter sich in der virtuellen Realität bewegen und mit ihr interagieren. Zum einen bietet Virtual Reality neue Möglichkeiten zur Gestaltung freier und flexibler Arbeitsumgebungen. Zum anderen lassen sich in Virtual Reality Ideen realisieren, die in der realen Welt unmöglich wären, und Produkte ausprobieren, die noch gar nicht hergestellt wurden. Die Technologie bietet somit enorme Potenziale und speziell im Design Thinking die Möglichkeit, seiner Phantasie freien Lauf zu lassen.