„Wir machen das Internet der Dinge erlebbar.“

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Im Gespräch mit Dr.-Ing. Christoph Jürgenhake, Initiator des IoT Xperience Center in Paderborn.

IoT Experience Center
© Fraunhofer IEM
Dr.-Ing. Christoph Jürgenhake, Initiator des IoT Xperience Center in Paderborn.
IoT Experience Center Header
© David Gense / Fraunhofer IEM

Im Herbst 2020 hat das IoT Xperience Center seine Tore geöffnet – mitten in der Corona-Pandemie. Wie hat sich das auf das Konzept und Ihre Planungen ausgewirkt?

Christoph Jürgenhake: Natürlich geht aufgrund dieser Ausnahmesituation alles langsamer voran als ursprünglich geplant und einiges stand auch still. Während der Lockdown-Zeiten war es ja nicht möglich, Schulungen für Externe durchzuführen oder große Delegationen zu begrüßen, um unsere Demonstratoren zu präsentieren. Im Sommer dieses Jahres konnten allerdings mehrere Termine stattfinden – und das sehr erfolgreich. Aktuell bauen wir neue Forschungsdemonstratoren auf der Fläche auf.

Was möchten Sie mit den Demonstratoren erreichen?

Christoph Jürgenhake: Die Demonstratoren helfen uns, IoT, also das Internet der Dinge, erlebbar zu machen und die damit verbundenen Technologien zu erklären. Wir möchten diese Technologien auch denjenigen nahe bringen, die sich - noch - nicht detailliert mit der Thematik auseinandergesetzt haben. Das können Unternehmens- und Wirtschaftsvertreter sein, aber auch Delegierte aus der Politik. Im IoT Xperience Center haben wir die Möglichkeit, unseren Besucher: innen die neuesten Entwicklungen zu Themen wie 5G, Smart Logistics oder Smart Home vorzustellen – und das alles an einem Ort.

Welche Demonstratoren gibt es in Zukunft bei Ihnen zu erleben?

Christoph Jürgenhake: Zurzeit gibt es einen Demonstrator zum Thema RFID, der zeigt, wie Funkkommunikation in der Intralogistik funktioniert. Zudem ist eine komplett eingerichtete Smart-Home-Küche aufgebaut. Ende des Jahres zieht noch ein kollaborativer Roboter ins IoT Xperience Center ein und Anfang 2022 bauen wir eine einfache Pumpe auf, die mittels KI und Cloud-Lösungen voll digitalisiert wird. Insgesamt haben wir 400 Quadratmeter Fläche, auf der sechs bis acht Demonstratoren Platz haben. Von denen bleibt aber auch keiner dauerhaft stehen. Das IoT Xperience Center soll, ähnlich einer Messe, kontinuierlich neue Forschungsbereiche und ihre Erkenntnisse präsentieren und beleuchten.

Viele Demonstratoren entstehen auch im Rahmen von Forschungsprojekten und Kooperationen mit Unternehmen. Wie können diese vom IoT Xperience Center profitieren?

Christoph Jürgenhake: Gerade wenn es um sehr neue, innovative Technologien geht, haben viele Unternehmen nicht das Know-how, die Umgebung und in vielen Fällen auch nicht das Budget, um vor Ort Tests zu fahren, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln oder Prozesse zu optimieren. Im IoT Xperience Center schaffen wir optimale Voraussetzungen für Unternehmen. Wir haben zum Beispiel ein eigenes 5G-Campusnetz. Das erleichtert vieles und macht ganz andere Analysen möglich. Und auch wenn es um das Thema Hochfrequenztechnik geht, die oft sehr kostspielig in der Umsetzung ist, sind wir gut ausgestattet. Gerade kleine und mittlere Unternehmen brauchen Partner, wenn sie Projekte im Bereich der Hochfrequenztechnik auf- und umzusetzen möchten.  

Hinzu kommt: Je nach Themenstellung können die Unternehmen auf die Kompetenzen des gesamten Instituts zurückgreifen, also auf die gesammelte Expertise von rund 130 Mitarbeiter: innen, darunter 100 aus der Wissenschaft. Gemeinsam unterstützen wir Unternehmen bei der Entwicklung kreativer Lösungen und begleiten sie bei ihren Projekten durchgängig – von der ersten Idee bis zur Umsetzung.

Das IoT Xperience Center ist ein hochmodernes Labor mit dem Fokus auf das Internet der Dinge. Auf 750 qm macht es mit FuE-Projekten das Internet of Things entlang des Produktlebenszyklus erlebbar. In den neuen Räumen an der Zukunftsmeile 2 erhalten Industriepartner Zugang zu Methoden, Anwendungen und modernen IoT-Technologien wie einem 5G-Campusnetz.