Intelligenter Produktpass für zirkuläre Produkte: Projekt iPassPro gestartet

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Der Digitale Produktpass gilt als Schlüsseltechnologie für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Im Projekt iPassPro entwickelt das Fraunhofer IEM als Konsortialführer gemeinsam mit dem Heinz Nixdorf Institut, dem Wuppertal Institut sowie ConWeaver, Spherity, CP Contech, Böllhoff und Kannegiesser einen intelligenten Produktpass für die Industrie. Ziel ist es, mithilfe von Künstlicher Intelligenz Produkt- und Nutzungsdaten auszuwerten und so das Engineering zirkulärer Produkte gezielt zu unterstützen.

Mitarbeiter hält Vortrag.
© Heinz Nixdorf Institut
„Der Digitale Produktpass bietet große Chancen für nachhaltigere Produkte“, sagt Michel Scholtysik, Projektleiter von iPassPro am Fraunhofer IEM. „Wir gehen im Projekt einen Schritt weiter und machen aus dem Produktpass ein intelligentes Werkzeug für das Engineering.“
Gruppenbild der Arbeitsgruppe aus Vogelperspektive.
© Heinz Nixdorf Institut
Im Projekt iPassPro entwickelt das Fraunhofer IEM als Konsortialführer gemeinsam mit dem Heinz Nixdorf Institut, dem Wuppertal Institut sowie ConWeaver, Spherity, CP Contech, Böllhoff und Kannegiesser einen intelligenten Produktpass für die Industrie.

Damit Produkte reparierbar, wiederverwendbar oder recycelbar sind, müssen entsprechende Informationen bereits im Engineering verfügbar sein. In vielen Unternehmen sind solche Daten zwar vorhanden, aber über unterschiedliche IT-Systeme und Lebenszyklusphasen verteilt. Diese fehlende Durchgängigkeit erschwert die Umsetzung zirkulärer Produktkonzepte erheblich. Genau hier setzt der Digitale Produktpass an. Im Zuge der europäischen Ökodesign-Verordnung (ESPR) wird er schrittweise für zahlreiche Produktgruppen eingeführt. Er soll künftig Informationen über Materialien, Herstellung, Nutzung und Wiederverwertung digital verfügbar machen – und so die Grundlage für eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft schaffen.

Digitaler Produktpass als intelligentes Werkzeug für das Engineering

Im Forschungsprojekt „Intelligenter Produktpass für ein Engineering zirkulärer Produkte im produzierenden Gewerbe“ (iPassPro) verfolgt das Fraunhofer IEM gemeinsam mit Partnern einen weiterführenden Ansatz: Die Forschenden entwickeln einen intelligenten Produktpass, der Produkt- und Nutzungsdaten automatisiert auswertet und Erkenntnisse direkt zurück ins Engineering spielt. Ziel ist es, Produkte von Anfang an zirkulärer zu entwickeln und Wertschöpfungsketten transparenter sowie ressourceneffizienter zu gestalten.

„Der Digitale Produktpass wird für viele Unternehmen zur Pflicht – bietet aber vor allem große Chancen für nachhaltigere Produkte“, sagt Michel Scholtysik, Projektleiter von iPassPro am Fraunhofer IEM. „Wir gehen im Projekt einen Schritt weiter und machen aus dem Produktpass ein intelligentes Werkzeug für das Engineering. So können Unternehmen Lebenszyklusdaten gezielt nutzen, um Produkte von Anfang an zirkulärer und ressourceneffizienter zu entwickeln.“

Daten aus Entwicklung und Nutzung clever verknüpfen

Das Projekt adressiert eine zentrale Herausforderung vieler Unternehmen: Engineering-Prozesse sind heute meist noch auf lineare Produktlebenszyklen ausgerichtet. Für eine Kreislaufwirtschaft müssen Produkte jedoch über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg gedacht werden – von der Entwicklung über Nutzung und Wartung bis hin zu Wiederverwendung und Recycling. Fehlende Standards, heterogene Datenstrukturen und isolierte IT-Systeme erschweren eine solche ganzheitliche Betrachtung.

iPassPro entwickelt daher eine technologische Grundlage, um Produktdaten über den gesamten Lebenszyklus hinweg nutzbar zu machen. Im Mittelpunkt steht eine intelligente Engineering-Plattform: der Circular Intelligence Hub. Dort werden Daten aus Entwicklung, Produktion und Nutzung zusammengeführt und für unterschiedliche Akteursgruppen aufbereitet.

Der methodische Ansatz kombiniert Künstliche Intelligenz, Wissensgraphen und Data-Space-Technologien, um Lebenszyklusdaten zu vernetzen und auszuwerten. So lassen sich beispielsweise Rückmeldungen aus der Nutzungsphase automatisiert analysieren und in die Produktentwicklung zurückspielen. Unternehmen erhalten über den intelligenten Produktpass frühzeitig Hinweise, wie sich Produkte langlebiger und ressourcenschonender gestalten lassen. So können sie Anforderungen der Kreislaufwirtschaft frühzeitig im Engineering berücksichtigen.

Zum Projekt IPassPro

Im Projekt „Intelligenter Produktpass für ein Engineering zirkulärer Produkte im produzierenden Gewerbe“ (iPassPro) werden das Fraunhofer IEM, das Heinz Nixdorf Institut, das Wuppertal Institut, die Unternehmen ConWeaver, Spherity, CP Contech, Böllhoff und Kannegiesser vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) über die Laufzeit von 02/2026 bis 01/2029 gefördert.