Neues Kompetenzzentrum KIAM bringt KI-Methoden in den industriellen Mittelstand

News / 10. November 2020

Das Kompetenzzentrum KIAM, „KI für die Arbeitswelt des industriellen Mittelstands in OstwestfalenLippe“, ist am 1. Oktober an den Start gegangen. Unter Federführung des Spitzenclusters it’s OWL entwickeln 18 Hochschulen und Unternehmen gemeinsam mit der IG Metall konkrete Ansätze für eine KI-gestützte Arbeitswelt. Im Fokus stehen zum Beispiel Fragen, wie künstliche Intelligenz die Arbeitswelt verändern wird, welcher Einsatz von Technologien Unternehmen hilft, seine Mitarbeiter zu entlasten und – besonders wichtig – wie diese auf den Wandel vorbereitet werden können.

News Kompetenzzentrum KIAM
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Das Kompentenzzentrum KIAM führt Erkenntnisse der Arbeitsforschung in dem Zukunftsfeld Künstliche Intelligenz zusammen und ist in der BMBF-Ausschreibung „Kompetenzzentren für Arbeitsforschung“ ausgezeichnet worden. Prof. Dr. Roman Dumitrescu, Geschäftsführer it‘s OWL Clustermanagement GmbH, freut sich: „Die Auszeichnung ist ein Riesenerfolg für OstWestfalenLippe. Unsere Hochschulen und Fraunhofer-Einrichtungen sind führend in der KI-Forschung, mit it‘s OWL haben wir hervorragende Transferstrukturen für kleine und mittlere Unternehmen aufgebaut. Mit dem Kompetenzzentrum können wir die Ergebnisse aus der Spitzenforschung für die Industrie in OWL verfügbar machen und in die Anwendung in den Mittelstand bringen.“

Kompetenzmanagement, Mitarbeiterbeteiligung und Technologieakzeptanz

Mit KI-Systemen werden Arbeitsprozesse unterstützt und neue Arbeitsfelder geschaffen, die die Arbeitswelt revolutionieren. Die Entwicklung konkreter Lösungen und Einsatzmöglichkeiten stellt jedoch gerade kleine und mittlere Unternehmen vor Herausforderungen. Das Kompetenzzentrum KIAM kann hier Abhilfe schaffen. Es führt Erkenntnisse der Arbeitsforschung in diesem Zukunftsfeld zusammen und unterstützt Unternehmen auch bei der Umsetzung. Im Fokus stehen Arbeitsplatzgestaltung, Kompetenzentwicklung und Change-Management. Beteiligte Forschungseinrichtungen sind die Universitäten Bielefeld und Paderborn, die TH OWL, die FH Bielefeld, die Fachhochschule der Wirtschaft, Fraunhofer IEM und Fraunhofer IOSB-INA sowie eine große Bandbreite an Unternehmen.

In Leuchtturmprojekten werden konkrete Lösungen entwickelt, in denen KI-Technologien für unterschiedliche Anwendungsfelder bereitgestellt werden. Weidmüller zum Beispiel erarbeitet gemeinsam mit der FH Bielefeld neue Ansätze der Kompetenzvermittlung für Auszubildende und Beschäftige, deren Interessen durch enge Kooperation mit dem Betriebsrat und der IG Metall von Anfang an mit eingebunden werden. Miele wird Ansätze für die intelligente Personaleinsatzplanung erarbeiten, Bette ein intelligentes Wissensmanagement. WAGO plant die Entwicklung eines KI-basierten Vertriebsassistenten, Dr. Oetker einer KI-gestützte Absatzplanung und Kannegiesser will die Sortierung von Wäsche optimieren.

Transfer in den Mittelstand

Die Ergebnisse aus den Leuchtturmprojekten sollen insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen verfügbar gemacht werden. Im Zuge dessen wird eine Informationsplattform aufgebaut, gute Beispiele aufbereitet sowie Veranstaltungen und Workshops durchgeführt. Unternehmen können in Transferprojekten in Kooperation mit einer Forschungseinrichtung neue KI-Technologien nutzen, um konkrete Herausforderungen in ihrem Betrieb zu lösen.

Beteiligte Unternehmen sind Atos, Bette, Bosch Rexroth, Deutsche Angestellten-Akademie OWL, Dr. Oetker, Kannegiesser, itelligence, Lenze, Miele, WAGO und Weidmüller. Weitere Unternehmenspartner sind Diamant Software, Konrad Reitz Ventilatoren, Modus Consult, Ordix, Spier Fahrzeugwerk und mehr als 40 weitere assoziierte Partner.

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 12,7 Millionen Euro Fördermitteln unterstützt. An dem Wettbewerb hatten sich 47 Konsortien beteiligt, von denen aktuell zwei zur Förderung empfohlen wurden.