Start des EU-Projektes AIMPERES

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Die meisten Schiffe, die heute auf Europas Wasserstraßen und Meeren unterwegs sind, werden auch 2040 noch im Einsatz sein. Ein neues EU-Forschungsprojekt soll deshalb kurzfristig Emissionen senken, indem es die bestehende Flotte effizienter macht.

Gruppenbild des Kickoffs
© Fraunhofer IEM / Carlos Molina
Zehn starke Partner aus ganz Europa: Das AIMPERES-Konsortium stellte beim Kickoff am Fraunhofer IEM vor, wie die Emissionen der bestehenden europäischen Schiffsflotte kurzfristig gesenkt werden können.
Schiff Ab Initio Rotterdam
© Maritime CleanTech
Das Schulungsschiff Ab Initio im Rotterdamer Hafen wird als Testplattform im Projekt dienen.

Das europäische Projekt AIMPERES (AI-driven Modular Platform for Emission-Reduction & Efficient Shipping) unterstützt Reedereien dabei, Kraftstoffverbrauch und Emissionen ihrer bereits heute eingesetzten Schiffe zu reduzieren. Das vom Fraunhofer IEM koordinierte Projekt wird im Rahmen von Horizon Europe mit 4,17 Millionen Euro gefördert. Ziel ist die Entwicklung und Erprobung eines KI-gestützten Energiemanagementsystems, das die Schifffahrt effizienter, wettbewerbsfähiger und umweltfreundlicher macht. An der Initiative sind zehn Partner aus sechs europäischen Ländern beteiligt – aus Forschung, Industrie, maritimer Ausbildung und dem Schiffsbetrieb.

Weniger Emissionen durch kluge Datenanalyse

Im Zentrum von AIMPERES steht ein modulares Energiemanagementsystem. Es kombiniert die KI-Echtzeitüberwachung von Emissionen, hybride digitale Zwillinge und eine Entscheidungsunterstützung für die Schiffsbesatzung. Das Ergebnis sind konkrete Handlungsempfehlungen für Besatzungen und Betreiber. So sollen Effizienz und Umweltleistung unmittelbar verbessert werden.

Das Energiemanagementsystem so konzipiert, dass es mit bestehenden Bordsystemen zusammenarbeitet. So ist es eine praxisnahe und kosteneffiziente Möglichkeit, die Leistung von Schiffen zu optimieren und Emissionen zu reduzieren. „Die Dekarbonisierung der Schifffahrt erfordert Lösungen, die sich auf die bestehende Flotte anwenden lassen – nicht nur auf die Schiffe von morgen“, sagt Tobias Seidenberg, Projektkoordinator am Fraunhofer IEM. „AIMPERES verbindet Emissionsüberwachung, Künstliche Intelligenz und Entscheidungsunterstützung zu einer praxisnahen Lösung, die Reedereien dabei hilft, Kraftstoffverbrauch und Emissionen zu senken und gleichzeitig die Betriebsleistung zu verbessern.“

Nachrüsten als kurzfristige Lösung für eine Branche unter Druck

Die Schifffahrt steht unter wachsendem Druck, Emissionen zu senken und ambitionierte Klimaziele zu erreichen. Gleichzeitig wird erwartet, dass der Großteil der heute eingesetzten Schiffe weit über das Jahr 2040 hinaus betrieben wird. Nachrüstungen und betriebliche Optimierungen sind daher entscheidend, um in den kommenden Jahren spürbare Emissionsminderungen zu erzielen.

Die Technologie wird auf Binnen-, Küsten- und Hochseeschiffen erprobt. Ziel sind Kraftstoffeinsparungen von mindestens fünf Prozent sowie deutliche Reduktionen von CO₂-, NOₓ-, SOₓ- und Feinstaubemissionen.

Durch die schnelle und kosteneffiziente Nachrüstung unterschiedlicher Schiffstypen will AIMPERES zeigen, dass sich relevante Emissionsreduktionen auch ohne größere Umbauten realisieren lassen. Die Demonstrationen liefern wichtige Erkenntnisse darüber, wie KI-basierte Optimierung in verschiedenen Schiffssegmenten eingesetzt werden kann, um Effizienz zu steigern, Emissionen zu senken und regulatorische Anforderungen zu erfüllen.

„Die bestehende Flotte muss ihren Beitrag leisten, wenn wir die Klimaziele erreichen wollen“, sagt Håvard Tvedte, Interim-CEO von Maritime CleanTech. „Diese Partnerschaft nutzt Künstliche Intelligenz, um Reedereien bei besseren täglichen Entscheidungen zu unterstützen und daraus messbare Emissionsreduktionen zu erzielen. Wir freuen uns, dies gemeinsam mit starken Partnern und der Europäischen Union voranzutreiben.“

Über AIMPERES

AIMPERES ist ein Forschungsprojekt im EU-Programm Horizon Europe und wird vom Fraunhofer IEM koordiniert. Über einen Zeitraum von drei Jahren entwickeln und demonstrieren die Projektpartner ein KI-gestütztes Energiemanagementsystem für Binnen-, Küsten- und Hochseeschiffe.

Zum Konsortium gehören das Fraunhofer IEM (Deutschland), die Universiteit Antwerpen (Belgien), die Antwerp Maritime Academy (Belgien), die École Centrale de Nantes (Frankreich), die STC Group (Niederlande), Navalprogetti Srl (Italien), Nestra BV (Niederlande), NAVTOR (Norwegen), Transtal Shipping BV (Niederlande) sowie Maritime CleanTech (Norwegen).

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