Motivation und Problemstellung
Im Sondermaschinenbau ist kaum eine Anlage wie die andere. Genau darin liegt eine Stärke der Branche: individuelle Anforderungen verstehen und daraus die passende technische Lösung entwickeln. In jedem Projekt entsteht dabei wertvolles Wissen. Eine systematische Rückkopplung aus früheren Angeboten findet jedoch bislang kaum statt. Bei Konversionsraten von rund zehn Prozent in der Investitionsgüterindustrie bindet die Angebotsphase damit erhebliche Ressourcen, bevor ein Auftrag gesichert ist. Ändern sich Kundenanforderungen während der Verhandlung, entstehen zusätzliche Abstimmungsschleifen zwischen Vertrieb und Engineering. Künstliche Intelligenz (KI) und Model-Based Systems Engineering (MBSE) bieten großes Potenzial, genau an diesen Stellen anzusetzen. Im Sondermaschinenbau sind sie jedoch noch wenig verbreitet. Gründe sind fehlendes Know-how, unzureichende Datenintegration und fehlende praxistaugliche Einführungspfade für kleine und mittlere Unternehmen.
Gerade für den Mittelstand in OstWestfalenLippe wird diese Frage zunehmend wichtiger. Fachkräftemangel, steigende Kosten und wachsende Wettbewerbsanforderungen erhöhen den Druck, Prozesse effizienter zu gestalten und neue Potenziale zu erschließen. Unternehmen benötigen deshalb vor allem Orientierung dabei, welche KI-Anwendungen für ihre konkreten betrieblichen Herausforderungen sinnvoll sind.
Fraunhofer-Institut für