Projekt-Start

Intelligenter Richtapparat hält Stahlverarbeitung auf Kurs

News / 14.12.2018

Am 13. Dezember 2018 traf sich das Konsortium des AiF-Projekts "Einrichtassistenzsystem für Richtapparate" am Fraunhofer IEM zu einem offiziellen Kick-off. In den nächsten zwei Jahren arbeitet das IEM zusammen mit der Universität Paderborn an einem selbstkorrigierenden Richtapparat für die Stahlumformung.

© Fraunhofer IEM
Das Konsortium traf sich zu einem ersten Kickoff am Fraunhofer IEM
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In einer Laborführung stellte Manuel Gräler das Fraunhofer IEM vor.

Die Bearbeitung hochfester Stähle zu fertigen Produkten wie z.B. in der elektrischen Verbindungstechnik, muss stetig wachsenden Qualitätsanforderungen genügen. Diese Produkte werden unter anderem mit Stanz-Biegeprozessen hergestellt. Zur Verbesserung der Qualität werden bereits heute Richtapparate eingesetzt. Diese werden in einem manuellen Vorgang auf das Material eingestellt und nach einiger Produktionszeit bei Bedarf neu justiert. Damit Folgeprozesse möglichst präzise und ohne viel Ausschuss erfolgt, kommen vermehrt innovative Produktionsmittel- und verfahren zum Einsatz. Im AiF-Projekt "Einrichtassistenzsystem für Richtapparate" arbeiten das Fraunhofer IEM und die Universität Paderborn an einem selbstkorrigierenden Richtprozess. „Richtapparate halten die Halbzeugeigenschaften während der Produktion ‚auf Kurs‘ und ermöglichen eine hohe Produktqualität. Normalerweise wird der Apparat manuell eingerichtet. Wir entwickeln nun ein Assistenzsystem, dass eine optimale Konfiguration des Richtapparates selbstständig über den gesamten Prozess gewährleistet“, erläutert Manuel Gräler, Gruppenleiter Selbstoptimierung am Fraunhofer IEM.

Künftig wird der selbstkorrigierende Richtapparat im Produktionsbetrieb die Richtqualität reproduzierbar einstellen und optimieren. Bei prozessbedingten Störungen, wie eine sich ändernde Materialkrümmung, kann er sich selbstständig neu ausrichten. Für stahlbearbeitende Unternehmen ergeben sich enorme Potenziale: Die Richtqualität wird über den gesamten Fertigungsprozess konstant gehalten, Stillstandzeiten werden verkürzt und die Ausbringungsmenge wird deutlich erhöht.

Die Basis für den selbstkorrigierenden Richtapparat bildet ein präzises Messsystem, das den Zustand des Stahls vor und nach dem Richtapparat ermittelt. Zusätzlich entwickeln die Projektpartner ein hybrides Richtmodell, in dem sie den Richtapparat und das zu umformende Material abbilden können. Auf Grundlage dieses Modells werden die selbstkorrigierende Algorithmen entwickelt. Durch den Informationsaustausch mit nachgelagerten Prozessen wird die Produktqualität maximiert.