Fraunhofer IEM unterstützt KMU bei der nachhaltigen Transformation

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Mit dem Green.OWL Summit im Miele Forum in Gütersloh ist das Verbundprojekt „Green.OWL“ im November 2025 in seine nächste Phase gestartet. Vor rund 200 Teilnehmenden präsentierten die OWL GmbH und ihre Projektpartner – darunter das Fraunhofer IEM – die vorläufigen Ergebnisse eines datenbasierten „Masterplans für ein grünes OWL“. Erstmals hat damit eine gesamte Region in Nordrhein-Westfalen eine strategische Grundlage entwickelt, um Nachhaltigkeit systematisch und messbar voranzutreiben.

Grünes Recycle-Symbol mit Leuten im Hintergrund.
© AdobeStock/ Keitma
Das Projekt „Green.OWL“ fördert die Nachhaltigkeit in Ostwestfalen-Lippe, um Wertschöpfung und Beschäftigung ökologisch und ökonomisch zu sichern.
Publikum hört Vortrag auf dem Green.OWL Summit.
© OWL GmbH
Bis 2035 sollen 80 Prozent des regionalen Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden.

„Damit kommen wir vom Reden ins Tun“, betonte Björn Böker, Geschäftsführer der OWL GmbH. Nachhaltigkeit werde zunehmend zum Standortfaktor und entscheide künftig über Wettbewerbsfähigkeit – gerade für eine industriestarke Region wie Ostwestfalen-Lippe.

Was will der Masterplan erreichen?

Der Masterplan definiert klare Zielkorridore für die Entwicklung der Region bis 2035. Grundlage ist eine umfassende Bestandsaufnahme. Die Schwerpunkte liegen auf den Themen:

  • Energie – u. a. der Ausbau erneuerbarer Energien, Stabilisierung der Netze, neue Speichertechnologien
  • Zirkularität – Reduzierung des Abfallaufkommens, Ausbau regionaler Kreisläufe
  • Mobilität – nachhaltige und vernetzte Verkehrssysteme
  • Wissensvermittlung – Qualifizierung, Transferformate und digitale Unterstützung

Bis 2035 sollen 80 Prozent des regionalen Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Zudem sollen rund 250 Unternehmen, Kommunen und Organisationen für eine Nachhaltigkeitszertifizierung aktiviert werden. Erreichen wollen die Projektpartner diese Ziele über konkrete Initiativen – von der Smart Recycling Factory in Hille bis zur geplanten KI-Transferoffensive „KIT.OWL“ oder dem Projekt „Klimaresiliente Region OWL“. Alle Ergebnisse und Handlungsempfehlungen sollen künftig in einem digitalen Informationsportal verfügbar sein.

Gruppenbild
© OWL GmbH
Die Energiewende ist mehr als eine ökologische Notwendigkeit – sie ist ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor. Beim ersten Green.OWL Summit im Miele Experience Center wurde deutlich: Ostwestfalen-Lippe geht voran.

Fraunhofer IEM: Ansprechpartner für den Mittelstand

Das Fraunhofer IEM ist zentraler Partner im Verbundprojekt und fokussiert sich darauf, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in OWL systematisch in ihrer nachhaltigen Transformation zu unterstützen. „Viele Unternehmen stehen vor denselben Fragen: Wo fange ich an, was bringt wirklich Wirkung? Werkzeuge wie unser Transformations-Framework liefert darauf klare Antworten – strukturiert, datenbasiert und praxisnah für den Mittelstand in OWL“, sagt Dr. Daniela Vogel, Gruppenleiterin Strategy and Transformation Management. Konkret bringt das IEM seine Expertise in vier Bereichen ein:

1. Kompetenzatlas OWL

Die Wissenschaftler:innen erfassen, bündeln und strukturieren die vorhandenen Nachhaltigkeits- und Transformationskompetenzen in der Region. Unternehmen finden so schneller passende Angebote, Anlaufstellen und Partner.

2. Transformations-Framework mit sieben Handlungsfeldern

Das IEM hat ein praxisorientiertes Framework entwickelt, das Unternehmen hilft, ihren aktuellen Stand einzuordnen und strategische Handlungsfelder zu identifizieren – von Strategie bis zu Geschäftsmodellen und Kommunikation.

3. Lösungsbaukasten für KMU

Aktuell entsteht ein modularer Werkzeugkasten, der Methoden, Beispiele, Tools und Umsetzungshilfen für jedes Transformationsfeld umfasst. Dieser soll Unternehmen ermöglichen, Transformation Schritt für Schritt selbstständig voranzutreiben.

4. Quick Checks und Umsetzungsworkshops

Gemeinsam mit KMU bereitet das IEM Workshops in der gesamten Region vor. Auf Basis des Frameworks und des Lösungsbaukastens entwickeln Unternehmen dort konkrete Maßnahmen, individuell, realistisch und direkt umsetzbar.

Bis zum Projektende im August 2027 sind weitere Summits, Workshops und Netzwerktreffen geplant. Ziel ist es, OWL zu einer europäischen Modellregion für nachhaltige Entwicklung zu machen. Alle Angebote sind unter https://www.ostwestfalenlippe.de/projekte/greenowl/ zu finden.