Live-Podcast nimmt Besucher in die Zukunft der Computer mit

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Vom legendären Pioniergeist Heinz Nixdorfs bis zum Quantencomputer: Der Zukunftspodcast OUTATIME des Fraunhofer IEM ging am 11. November 2025 mit einer besonderen Live-Ausgabe im IoT Xperience Center des Fraunhofer IEM auf Sendung. Unter dem Motto „Zeitreise Computer – Nixdorf, KI & Quantencomputer“ erlebten die etwa 90 Besucherinnen und Besucher ein mitreißendes Live-Event mit jeder Menge Technik, Lokalgeschichte und Zukunftsvision.

DeLorean mit Podcastern die daneben stehen.
© Fraunhofer IEM / Janosch Gruschczyk
„Wie sieht die Zukunft der Computer aus?“. Zu dieser Frage begrüßten die Fraunhofer-Hosts Prof. Roman Dumitrescu (r.) und Tommy Falkowski (2.v.r.) ihre Gäste Dr. Jochen Viehoff (Heinz Nixdorf Museums Forum, 2.v.l.) und Prof. Christian Plessl (Universität Paderborn, l.)
Besucher:innen unterhalten sich auf dem Event.
© Fraunhofer IEM / Janosch Gruschczyk
Für Fans von Science-Fiction und Technik: Beim Live-Podcast konnten Besucher:innen einen echten DeLorean aus Zurück in die Zukunft erleben – inklusive Foto-Spot.
Podcaster sitzen auf der Bühne und erzählen dem Publikum etwas.
© Fraunhofer IEM / Janosch Gruschczyk
„Wie sieht die Zukunft der Computer aus?“. Zu dieser Frage begrüßten die Fraunhofer-Hosts Prof. Roman Dumitrescu (r.) und Tommy Falkowski (l.) ihre Gäste Dr. Jochen Viehoff (Heinz Nixdorf MuseumsForum, 2.v.r.) und Prof. Christian Plessl (Universität Paderborn, 2.v.l.)

Wie sähe eine Welt aus, in der Quantencomputer nicht nur unsere Städte, sondern auch unser Denken steuern? Wenn Rechenleistung zur neuen geopolitischen Währung wird und Algorithmen entscheiden, was die „wahrscheinlich beste Zukunft“ für uns alle ist? Mit diesem Gedankenexperiment eröffneten die Hosts Prof. Roman Dumitrescu und Tommy Falkowski (beide Fraunhofer IEM) die Diskussion mit ihren Gästen Dr. Jochen Viehoff (Heinz Nixdorf MuseumsForum) und Prof. Christian Plessl (Universität Paderborn) – als Einladung, Zukunft einmal radikal zu Ende zu denken. So wurde deutlich: Die Grenzen zwischen Science-Fiction und technologischer Realität verschwimmen immer schneller.

Zum Auftakt erinnerten sich die Gesprächspartner an ihre ersten Computer – mal als langersehntes Weihnachtsgeschenk, mal als selbst gelöteter Bausatz. Jede und jeder im Publikum konnte nachempfinden, wie aus Faszination für Technik Leidenschaft und schließlich Beruf wurden. Die darauffolgende Diskussion spannte einen weiten Bogen von den Anfängen der Computertechnik bis zu den heutigen Superrechnern, die unvorstellbare Rechenleistungen erbringen.

Deutsche Pioniere prägen die Geschichte

Jochen Viehoff vom Heinz Nixdorf MuseumsForum machte deutlich, dass die Geschichte des Computers eng mit deutscher Ingenieursleistung verbunden ist. Er erinnerte daran, dass Konrad Zuse als einer der wichtigsten Computerpioniere gilt: „Ich würde schon sagen, wir können mit gutem Gewissen sagen: Ja, das war ein Deutscher, der den Computer wirklich erfunden hat – als programmierbare binäre Maschine. Und ich finde, da müssen wir uns auch einfach mal klarmachen, dass wir in Deutschland als Land der Ingenieure und Wissenschaftler auch zur Entwicklung des Computers etwas ganz Wesentliches beigetragen haben.“ Damit schlug Viehoff die Brücke zu Heinz Nixdorf – dem Paderborner Unternehmer, der Computer in den 60er Jahren aus der Forschung in die Wirtschaft brachte und mit seinen Maschinen den Grundstein für die Digitalisierung des Mittelstands legte.

Vom Silizium zum Superrechner

Wie rasant sich die Technologie seitdem entwickelt hat, zeigte ein simpler Vergleich: Ein Zuse-Computer der 40er Jahre leistete fünf Rechenoperationen pro Sekunde. Heute schafft eine moderne Playstation Billionen Rechenoperationen. Die Diskussion führte das Publikum von den frühen Silizium-Wafern über die ersten Mikroprozessoren bis hin zu den heutigen Quantencomputern, die völlig neue physikalische Prinzipien nutzen. Dabei wurde deutlich, dass die Leistungssteigerung nicht nur eine technische, sondern auch eine gesellschaftliche Herausforderung ist.

 

Overview der Veranstaltung von der Tribühne.
© Fraunhofer IEM / Janosch Gruschczyk
Etwa 90 Gäste genossen das DeLorean-Feeling des Live-Podcasts – und gingen auf eine spannende Reise von den Nixdorf-Computern der 60er Jahre hin zu modernsten Quantenrechnern.

Energiehunger der Zukunft

Mit dieser Erkenntnis rückte der immense Energiebedarf moderner Rechensysteme in den Fokus der Gesprächsrunde. Roman Dumitrescu erklärte eindrücklich: „Wir müssen uns klarmachen: Wenn die 4 bis 4,5 Milliarden Smartphones weltweit die komplette KI-Funktionalität nutzen wollen, die wir kennen: Dafür haben wir nicht die Energie. Dafür haben wir nicht die erneuerbaren Energien.“ Damit warf der Wissenschaftler einen Gedanken auf, der die Zuhörenden spürbar nachdenklich machte - denn die nächste Computerrevolution stellt nicht nur Ingenieur:innen, sondern auch Politik und Gesellschaft vor grundlegende Fragen nach Nachhaltigkeit und Prioritäten.

„Am Anfang belächelt man neue Technologien…“

Zum Abschluss wagte die Runde den Blick in die Zukunft. Wie weit werden Rechenleistung und Künstliche Intelligenz noch gehen? Christian Plessl gab als Experte für Hochleistungsrechner einen Gedankenanstoß: „Wie die Entwicklung endet, wissen wir momentan einfach nicht. Aber es ist immer so: Am Anfang belächelt man neue Technologien, dann geht es plötzlich sehr schnell – oft in eine Richtung, die man vorher nicht vorhergesehen hat.“

Damit schloss sich der Kreis zum Gedankenexperiment vom Beginn der Veranstaltung: Die Zukunft des Computers bleibt offen – sie fordert Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zugleich heraus.

Foto-Spot mit einem echten DeLorean

Neben spannenden Zukunftsszenarien wartete noch ein besonderes Highlight auf die Gäste: ein Foto-Spot mit einem echten DeLorean – dem legendären Auto aus Zurück in die Zukunft und zugleich Maskottchen des Podcasts OUTATIME.

Über den Podcast OUTATIME

Seit Februar 2025 streamt das Fraunhofer IEM alle zwei Wochen den Zukunftspodcast OUTATIME. Jede Folge beginnt mit einem Gedankenexperiment – einer Reise in eine mögliche Zukunft – und führt zu einer Diskussion über Technologien, die diese Visionen Wirklichkeit werden lassen könnten. Mit über 5.000 Followern und zeitweise Platzierungen in den Top 10 der Wissenschaftspodcasts hat sich OUTATIME als beliebtes Format etabliert. Alle bisherigen Folgen sind auf den gängigen Podcast-Plattformen verfügbar.