Hannover Messe Preview 2017

Erweiterte Realität: Fraunhofer IEM zeigt Entwicklungsarbeit 4.0 auf der Hannover Messe 2017

Pressemitteilung / 9.2.2017

Wie sieht die Arbeit von Entwicklern und Ingenieuren in der Zukunft aus? Welchen Einfluss haben digitale Technologien auf Zusammenarbeit, Arbeitsabläufe und Arbeitskultur? Auf der diesjährigen Hannover Messe (24.-28. April 2017) zeigt das Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM seine Konzepte und Ideen anhand einer Augmented Reality-Datenbrille.

© Foto Fraunhofer IEM

Der Demonstrator des Fraunhofer IEM zeigt die Entwicklung einer Zentrifuge, die z.B. in der Produktion von Milch oder Apfelsaft eingesetzt wird. Sie soll bereits im Entwurfsstadium optimal an ihren späteren Einsatzort angepasst werden. Mit der Technologie Augmented Reality werden aktuelle virtuelle Entwicklungsentwürfe direkt an den späteren realen Verbauungsort projiziert. So erkennt der Mitarbeiter vor Ort notwendige Anpassungen und kann sie unmittelbar digital an sein Entwicklerteam weiterleiten. »Wir wollen zeigen, wie die Zusammenarbeit verschiedener Abteilungen über Raum- und Zeitgrenzen hinweg mit digitalen Technologien möglich ist. Produktentwicklung wird so effizienter und kundennäher. Gerade auch angesichts des Wandels zu immer komplexeren Produkten und Dienstleistungen ein wichtiger Faktor«, sagt Prof. Roman Dumitrescu, Direktor am Fraunhofer IEM und Geschäftsführer it’s OWL.

Fraunhofer IEM forscht an der Arbeit der Zukunft

Für die Entwicklungsarbeit von Ingenieuren bieten digitale Technologien, wie z.B. Augmented Reality (also die Erweiterung der Realität um digitale Informationen, die durch Smartphone, Tablet oder Datenbrille sichtbar werden) enorme Potenziale. Vertriebsmitarbeiter können beim Kunden Ideen, Konzepte und Zwischenergebnisse live präsentieren. Sie erhalten direkt eine Rückmeldung, die sie in die weitere Entwicklung einbringen können. Zeitaufwände für Korrekturschleifen und Fehler, die erst am Endprodukt entdeckt werden, reduzieren sich dadurch enorm.

Für Unternehmen eröffnen sich durch die Digitalisierung – nicht nur in der Entwicklungsabteilung – viele Möglichkeiten für neue Arbeits- und Produktionsprozesse und Geschäftsmodelle. Was bedeutet das aber für die Mitarbeiter? Welche Herausforderungen stellen sich künftig im Arbeitsalltag und welche Qualifikationen müssen aufgebaut werden? Das Fraunhofer IEM beteiligt sich an einer Reihe von Forschungsprojekten, die die sozialen und organisatorischen Aspekte der Arbeitsgestaltung in den Vordergrund stellen. So entstehen im Spitzencluster it’s OWL derzeit Praxisstudien mit fünf Pilotunternehmen, um die Herausforderungen aber auch die Potenziale einer digitalisierten Arbeitswelt betrachten.

Das Fraunhofer IEM

Das Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM bietet am Standort Paderborn Expertise für intelligente Mechatronik im Kontext Industrie 4.0. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Maschinenbau, Softwaretechnik und Elektrotechnik arbeiten fachübergreifend zusammen und erforschen innovative Methoden und Werkzeuge für die Entwicklung von intelligenten Produkten, Produktionssystemen und Dienstleistungen. Kernkompetenzen sind dabei Intelligenz in mechatronischen Systemen, Systems Engineering und Virtual Prototyping.