Gründer am Fraunhofer IEM will Dokumente intelligent verwalten

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Die Zahnarztrechnung erst finden, wenn die Mahnung schon im Briefkasten liegt, tagelang nach der Steuernummer suchen, die in den falschen Ordner gerutscht war – eine Misere, von der viele ein Lied singen können. Für Unternehmen ist das Problem noch gravierender: Manuelle Dokumentenprozesse kosten Zeit, binden Ressourcen und erhöhen das Risiko von Fehlern. Jamil Mounzer hat im GenAI Incubator des Fraunhofer IEM dafür eine Lösung entwickelt: Mit seiner KI-Software OPTIMAITE will er Schluss machen mit der Zettelwirtschaft – intelligent, sicher und effizient.

© Fraunhofer IEM / Janosch Gruschczyk

Ob Kanzlei, Industriebetrieb oder Bank – viele Organisationen kämpfen mit unstrukturierten PDFs, analogen Abläufen und wachsendem Dokumentationsaufwand. OPTIMAITE setzt genau hier an. Die Software analysiert und verarbeitet Dokumente mithilfe künstlicher Intelligenz: automatisch, präzise und vollständig lokal auf dem System des Unternehmens. In Sekundenschnelle werden Dokumente klassifiziert, Inhalte strukturiert und Informationen extrahiert. Auf Knopfdruck lassen sich relevante Inhalte recherchieren oder in andere Systeme überführen. So wird die Dokumentenverarbeitung deutlich einfacher und effizienter.

Entstanden aus einem konkreten Kundenproblem

Die Idee zur KI-Lösung hinter OPTIMAITE entstand im GenAI Incubator des Fraunhofer IEM – der Ideenschmiede für generative KI-Lösungen. Ausgangspunkt war die konkrete Herausforderung eines Kunden aus der Industrie. Etwa acht Monate entwickelten Jamil Mounzer und sein Team, auch mit Unterstützung des Gründungszentrums Garage 33 der Universität Paderborn. Die Lösung überzeugte: Der Kunde konnte seine Bearbeitungszeit bei bestimmten Dokumentenprozessen um bis zu 90 Prozent reduzieren. „Der enorme Mehrwert, den OPTIMAITE bei meinen Pilotpartnern bringt, hat mich sofort begeistert. Für mich war schnell klar: Das muss ich weiterentwickeln und aus der Forschung heraus als Produkt für verschiedenste Branchen anbieten“, sagt Jamil Mounzer.

Einfache Integration, volle Datenhoheit

Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal von OPTIMAITE: Die Lösung lässt sich ohne großen Aufwand in bestehende IT-Infrastrukturen und ERP-Systeme integrieren – und funktioniert auch vollständig ohne Cloudanbindung. Das bedeutet: Die Daten verlassen zu keinem Zeitpunkt das Unternehmen. Gerade in hochregulierten Branchen wie Banken oder Anwaltskanzleien ist diese lokale Datenverarbeitung ein wichtiger Wettbewerbsvorteil.

Mit Fraunhofer weiter auf Wachstumskurs

Die Kooperation mit dem Fraunhofer IEM wird auch in Zukunft fortgeführt: Das Paderborner Forschungsinstitut unterstützt OPTIMAITE bei der Weiterentwicklung, um die Lösung des Startups dem neuesten Stand der Technik zu halten. „Wir sind stolz, dass aus einem konkreten Anwendungsfall in so kurzer Zeit eine marktfähige Lösung entstanden ist. Genau diese Praxisnähe ist unser Anspruch am Fraunhofer IEM – wir wollen KI dort wirksam machen, wo sie echten Mehrwert schafft“, sagt Tommy Falkowski, Leiter des GenAI Incubators am Fraunhofer IEM. Damit bleibt das System nicht nur aktuell, sondern profitiert kontinuierlich von neuen Forschungserkenntnissen.

Jetzt Pilotprojekt starten

Für die kommenden Monate plant der Gründer weitere Pilotprojekte mit Unternehmen aus verschiedenen Branchen. „Jedes Unternehmen hat eigene Dokumente, eigene Prozesse, eigene Herausforderungen – genau das wollen wir gemeinsam mit den Anwendern abbilden und verbessern“, erklärt Jamil Mounzer. Interessierte Unternehmen können sich unter jamil.mounzer@optimaite.eu melden und einen ersten Gesprächstermin vereinbaren.