Paderborner Schülerinnen verbringen Girls’Day mit dem Fraunhofer IEM auf der weltbekannten Industrieschau

35 Michaels-Schülerinnen besuchen die Hannover Messe

News / 26.4.2018

In diesem Jahr fallen der bundesweite Mädchen-Zukunftstag (Girls’Day) am 26. April und die weltbekannte Industriemesse (Hannover Messe) zusammen. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM erkundeten 35 Schülerinnen des Gymnasiums St. Michael Exponate rund um die Digitalisierung in der Industrie und die Arbeitswelt der Zukunft. Der Girls’Day soll dazu beitragen, die Grenzen zwischen typischen Frauen- und typischen Männerberufen aufzuweichen.

Marc Foullois (Wissenschaftler am Fraunhofer IEM) gab den Michaels-Schülerinnen einen Einblick in Augmented Reality-Datenbrille.
© Michael Adamski

Marc Foullois (Wissenschaftler am Fraunhofer IEM) gab den Michaels-Schülerinnen einen Einblick in Augmented Reality-Datenbrille.

35 Michaels-Schülerinnen nutzen den Girls’Day, um mit dem Fraunhofer IEM die Hannover Messe zu erkunden.
© Michael Adamski

35 Michaels-Schülerinnen nutzen den Girls’Day, um mit dem Fraunhofer IEM die Hannover Messe zu erkunden.

Die Neunt- und Zehntklässlerinnen starteten ihre Tour am Messestand des Fraunhofer IEM. Hier zeigten die Forscherinnen und Forscher, wie sie mit einer Datenbrille mit Augmented Reality (= erweiterte Realität) neue Montagearbeitsplätze planen. Wichtige Fragen wie »Ist die Arbeitsfläche in der richtigen Höhe eingestellt?« und »Gibt es ausreichend Platz für Arm- und Handbewegungen?« können so virtuell und kostengünstig durchdacht werden. Das Exponat wurde gemeinsam mit dem internationalen Automobilzulieferer HELLA aus Lippstadt entwickelt, der die Planung seiner Scheinwerfer-Produktion künftig mit den Datenbrillen unterstützen könnte.

Frauen im Ingenieurberuf

Wie wäre es, künftig selbst als Ingenieurin zu arbeiten, Technik zu entwickeln und etwa Roboter für die Zusammenarbeit mit Menschen zu bauen? Für Mädchen stellt sich diese Frage immer noch zu selten: Zwar ist die Anzahl von Frauen in ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen in den letzten Jahren deutlich gestiegen, im letzten Wintersemester lag ihr Anteil in Deutschland aber trotzdem bei nur 25 Prozent. Dr.-Ing. Lydia Kaiser, Abteilungsleiterin an Fraunhofer IEM, begleitete die 14 bis 16-jährigen Schülerinnen auf die Messe und berichtete über ihren Weg zum Ingenieurberuf. »Bei der Berufswahl soll es nicht darauf ankommen, ob man Mädchen oder Junge ist. Jede und jeder kann sich für das Thema Technik begeistern und sollte dann früh Vorbilder und Unterstützer für seine Begeisterung finden – eine Aufgabe für Eltern, Lehrer, Hochschulen, aber auch künftige Arbeitgeber«, sagte Dr. Kaiser.

»Der Girls’Day ist ein symbolischer Tag einmal im Jahr. Das reicht natürlich nicht. Gezielt machen wir unseren Schülerinnen Angebote in den Bereichen Naturwissenschaften, Technik und Mathematik, um sie zu einer Karriere in diesen Berufsfeldern zu ermutigen«, sagte Henrik Kramer, Lehrer für Mathematik und Physik am Gymnasium St. Michael.

Bei einem Besuch am Messestand des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) konnten die Schülerinnen sich zu Studien- und Berufsmöglichkeiten sowie zu Fördermöglichkeiten für junger Ingenieurinnen erkundigen.

Zum Girls’Day

Am Girls’Day öffnen Unternehmen, Betriebe und Hochschulen in ganz Deutschland ihre Türen für Schülerinnen ab der 5. Klasse. Die Mädchen lernen dort Ausbildungsberufe und Studiengänge in IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik kennen, in denen Frauen bisher eher selten vertreten sind. Oder sie begegnen weiblichen Vorbildern in Führungspositionen aus Wirtschaft und Politik. In 2019 findet der Girls’Day am 28. März statt.

Das Fraunhofer IEM

Das Fraunhofer IEM bietet am Standort Paderborn Expertise für intelligente Mechatronik im Kontext Industrie 4.0. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Maschinenbau, Softwaretechnik und Elektrotechnik arbeiten fachübergreifend zusammen und erforschen innovative Methoden und Werkzeuge für die Entwicklung von intelligenten Produkten, Produktionssystemen und Dienstleistungen. Kernkompetenzen sind dabei Intelligenz in mechatronischen Systemen, Systems Engineering und Virtual Prototyping. Derzeit beschäftigt das Fraunhofer IEM etwa 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und verfügt in 2018 über ein Forschungsvolumen von etwa 11 Mio. Euro.

Weitere Informationen zu Frauen im Ingenieurberuf erhalten Sie zum Beispiel hier

https://www.ingenieur.de/karriere/arbeitsleben/frauen-erobern-den-ingenieurberuf/